DIE PAUL-NASCHY-BILDERGALERIEN (TEIL 1): NACHT DER VAMPIRE [LA NOCHE DE WALPURGIS, 1970]

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DIE

PAUL-NASCHY-

BILDERGALERIEN

(TEIL 1)

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„NACHT DER VAMPIRE“

[LA NOCHE DE WALPURGIS, 1970]

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PAUL NASCHY: EINE BIOGRAFIE ÜBER DEN NASCHBÄREN AUS SPANIEN

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PAUL NASCHY

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EINE KLEINE BIOGRAFIE

ÜBER DEN NASCHBÄREN

AUS SPANIEN!

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Seit den frühen ’80ern gehören viele Filme mit Paul Naschy (= Jacinto Molina) zu meinen liebsten Begleitern – gleich nach dem Giallogenre -, und es gibt nicht viele Ikonen des Horrorfilms, die eine so unglaubliche Anzahl an Kultfilmen im Gepäck haben. Eigentlich fällt mir da nur noch der wunderbare Vincent Price (der Grösste!) ein, den man ebenfalls in erstaunlich vielen Klassikern entdecken kann. Die bekanntesten Auftritte von Paul Naschy sind natürlich seine Rollen als Waldemar Daninsky, dem Werwolf – doch es gibt noch viele, viele andere wundersame Streifen, die in Deutschland nahezu unbekannt sind. Da gibt es jedenfalls noch eine Menge zu entdecken für den echten Naschy-Fan, denn den meisten dürften Trash-Klopper wie LA VENGANZA DE LA MOMIA, THE WEREWOLF AND THE YETI oder auch der miserable JACK EL DESTRIPADOR DE LONDRES nicht allzu viel sagen. Leider sind viele deutsche Bootlegs im Umlauf, die den Fan damit locken wollen, daß es halt deutschen Ton gibt – die Original-DVDs sind oft spanische Scheiben, die keinen englischen Ton und auch keine englischen UT haben. Doch es gibt ja auch viele tolle US-DVDs, die eine große Anzahl an Naschy-Filmen im Angebot haben. Die DEIMOS-DVDs zum Beispiel sind absolute Top-Scheiben! Richtig dreist sind Leute, die Bootlegs damit anpreisen, das ihre Version die einzige Möglichkeit ist, den Film XY zu Gesicht zu bekommen. Da werden abgenudelte VHS-Kassetten auf DVD gebrannt und ganz offiziell zum Kauf angeboten – das ist schon ein Unding! Doch zum Glück gibt es ein fabelhaftes Label wie SUBKULTUR, die gerade dabei sind, einen Naschy-Knaller nach dem nächsten in HD-Qualität zu veröffentlichen. Herzlichen Dank, ich liebe euch!
Ohne Paul Naschy gäbe es den spanischen Horrorfilm der späten ’60er und kompletten ’70er Jahre eigentlich nicht, und auch wenn er besser Gewichte stemmen konnte als schauspielern, spürt man in allen seinen Werken seine große Liebe zum Horrorgenre – vor allem die alten Universalmonster hatten es ihm wohl angetan. Ohne Paule wäre da ziemlich Ebbe – da gibt es zum Beispiel noch die grandiose Serie um die Reitenden Leichen, die ich auch liebe, besonders den tollen ersten Teil DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN. Doch dann kommt schon nicht mehr viel Dolles ohne den Paule, denn ein Fan von Jess Franco bin ich definitiv nicht.
Interessant ist, daß von den meisten seiner Filme zwei verschiedene Versionen gedreht und zurechtgeschnitten wurden, und zwar die sogenannte clothed-Fassung für den spanischen Markt und die unclothed-Fassung für das ausländische Kino. Das lag wohl daran, das Franco in Spanien regierte, und damit waren nackte Titten und Sex ganz einfach verboten (im Kino zumindest). Das kann man zum Beispiel wunderbar nachvollziehen, in dem man sich die Laser-Paradise-DVD von BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL und dann direkt im Anschluß die US-DVD mit dem Titel HORROR RISES FROM THE TOMB anschaut. Haben die Ladies im ersterem Klamotten an, kann man sie in letzterem oft nackt bewundern! Auf der US-DVD des Films gibt es unter anderem ein cooles Extra mit einem Bildvergleich clothed – unclothed. Das ist schon ’ne witzige Sache, das mal so im Zusammenhang zu sehen.

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Paul Naschy wurde vor schlappen 80 Jahren als Jacinto Molina geboren, und sein cooles Pseudonym ist eine Mixtur aus Papst Paul dem VI und Imre Nagy, einem ungarischen Gewichtheber. Nach einigen Winzrollen kam dann 1968 mit DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (LA MARCA DEL HOMBRE LOBO) der ganz große Durchbruch – für Paul Naschy und dem spanischen Horrorfilm. Zu bekommen ist die deutsche Videokassette eigentlich ziemlich leicht – mit etwas Glück und genug Kohle kann man den Film sogar noch neu und verschweisst auftreiben! Aber es gibt ja die Jungs von SUBKULTUR, die diesen wundervollen Film in naher Zukunft auf BD veröffentlichen werden. Wenn man nicht abwarten kann, muß man zur spanischen DVD mit dem Titel PAUL NASCHY VOL. 1 greifen, die DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA und drei andere Knaller bietet. Leider nur mit spanischem Ton. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist dies in Sachen Bildqualität jedenfalls die beste Fassung.
Die Story erinnert an alte Europa-Hörspielplatten ala DAS DUELL MIT DEM VAMPIR und besonders an DRACULA TRIFFT FRANKENSTEIN, und man merkt durchaus, daß die Macher des Films wohl selbst noch nicht so genau wussten, wohin die Reise denn gehen sollte. Da schielte man halt zu den damals angesagten Horrorschockern aus den HAMMER-Studios. Dazu noch eine kleine Prise der alten Universalmonster und einen gewissen eigenen Touch, der sich in den Folgejahren zu einem typisch spanischen Horrorstil entwickeln sollte. Jedenfalls geht die Geschichte ungefähr so: Paule wird von einem wiedererweckten Werwolf verletzt, was ihn beim nächsten Vollmond selbst zu einem „Meister Petz“ mutieren läßt. Dann taucht aus dem Nichts ein Vampirpärchen auf, das Paule abmurksen will, um die alleinige Herrschaft des Bösen an sich zu reißen – und zum Schluß kloppt dann alles aufeinander ein bis der Putz von der Decke rieselt. Erstaunlich ist, daß die Szenen mit den Vampiren deutlich mehr Gruselstimmung in die Bude bringen als Paules putzige Auftritte als wildgewordener Teddybär. Nicht nur wegen seiner Statur nennen ihn manche Fans auch Paule Naschbär! Denn ausgerechnet der Kampf zwischen Paule und dem zweiten Werwolf, der ihm die ganze Sache ja erst eingebrockt hat, ist sagenhaft komisch anzusehen – und eben alles andere als erschreckend. Gerade diese Szenen dürften den Cineasten und Hollywoodshit-Glotzern sämtliche Schuhe ausgezogen haben, und das inklusive Socken. Ich find den Streifen schwer unter-haltsam, denn man spürt daß Paule seine Universalmonster wirklich verehrt. Einen Dracula gibt es natürlich nicht, und zwar genauso wie es keine Draculas in Mario Bavas Meisterwerken DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT und DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA gibt. Die deutsche Titelschmiede ist schon ein Phänomen, das wohl für alle Zeiten Rätsel aufgibt. DAS BLUTIGE SCHLOSS DER LEBENDEN LEICHEN, TOTENCHOR DER KNOCHENMÄNNER – die Liste ist nahezu endlos!

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Schon ein Jahr danach kam dann eine total durchgeknallte Koproduktion in die Kinos, die wirklich zu den größten Knallschoten zählt, die jemals gedreht wurden: DRACULA JAGT FRANKENSTEIN (LOS MONSTRUOS DEL TERROR), den man ebenfalls leicht als Videokassette finden kann. Und inzwischen auch als fabelhafte DVD mit toller Bildqualität. Nun ja, und wer hat wohl das irre Drehbuch geschrieben?! Na klar: Paule selbst! Einige Skripte soll er ja in einzelnen Nächten aufs Papier gekritzelt haben, und das sieht man zumindest DRACULA JAGT FRANKENSTEIN auch wirklich an…
Als Storybeschreibung reicht eigentlich ein Satz: Drei Ausgesandte eines um Lichtjahre entfernten Planeten, wollen die Mumie, Frankensteins Monster, Dracula und Naschy-Paul als Werwolf zum Leben erwecken, um somit die Weltherrschaft an sich zu reißen… Wie das mit dem Weltherrschaftsdingens funktionieren soll, weiß jedoch niemand! Die Handlung erinnert mehr denn je an das hypergeniale DRACULA-TRIFFT-FRANKENSTEIN-Kult-Hörspiel (das ich mir ab und zu immer noch reinziehe – ist  schließlich mit Horst Frank!), doch das einzige wirklich große Manko des Filmes ist, daß man ausgerechnet Paule viel zu selten vor die Linse bekommt – und seine Auftritte als Werwolf sind dann auch noch so zahm, daß man den Streifen mit ruhigem Gewissen ab 12 Jahren freigeben könnte – ohne Jux! Naja, da wäre ja noch das grüne (!) Frankenstein-Monster, das in einem Blindenheim besser aufgehoben wäre, denn es stolpert mit geschloßenen Augen durch die Botanik! Und die Mumie, naja, die könnte nicht mal meine Oma erschrecken, so lahm wie die durch die Gegend schlurft. Und Dracula kann man dann endgültig vergessen. Und weil zum Schluß mal wieder alle wild aufeinander einkloppen, erinnert das Ganze fast schon an Al Adamsons Kultknaller DRACULA VS. FRANKENSTEIN, den ich auch ganz ulkig finde. Dafür gibt es aber einige bekannte Nasen zu sehen: z.B. Karin Dor, die viel hübscher ist als die modrigen Mordgesellen – einfach zum Anbeißen sieht sie aus, wenn ich schon bei Vampiren bin. Dann wäre da als Boß der Außer-irdischen Michael Rennie, den Giallo-Freaks bestimmt aus SIEBEN JUNGFRAUEN FÜR DEN TEUFEL kennen dürften, wo er den ermittelnden Kommissar spielt. Ein fantastischer Giallo, den Antonio Margheriti da 1967 rausgezaubert hat. Sci-Fi-Fans kennen Michael Rennie vielleicht auch als Klaatu, den Außerirdischen aus dem ebenfalls tollen DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND. Schade, daß das Budget von DRACULA JAGT FRANKENSTEIN nicht für die eingeplanten Raumschiffszenen reichte, denn das wäre bestimmt noch die absolute Krönung dieser irren Kirmesveranstaltung gewesen… Man kann nicht alles haben!

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Doch schon 1970 kam dann einer der schönsten, wundervollsten Werwolf/Vampir-Streifen ins Kino, die ich jemals erblickt habe: DIE NACHT DER VAMPIRE (LA NOCHE DE WALPURGIS), denn in diesem Film stimmte einfach alles, und man bekommt genau das geboten, was man in einem trashig-kultigen Horrorfilm sehen möchte: wunderschöne, sexy Vampirinnen, die in Zeitlupe durch die Gegend hüpfen und Hälse anknabbern (die Zeitlupenszenen sind wirklich wundervoll und mehr als ästhetisch), Paule als „Meister Petz“, eine finstere Waldgegend, ein stimmiges unheimliches Haus, ein Friedhof auf dem Paule die Gräfin Nadasdy zu neuem Leben erweckt, rollende Köpfe, eine knallbunte Farbfotografie, schöne Mucke, irre Klamotten, Titten… Was muß das für eine wirklich geile Zeit gewesen sein! Gib mir ’ne Zeitmaschine und ich düse direkt in ein Kino des Jahres 1970 – Vorstellung: DIE NACHT DER VAMPIRE!
Hier ist mein Vergleich zwischen der brandneuen DVD/BD-Kombo von SUBKULTUR und der alten US-DVD vom Label DEIMOS:

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Daß mein Lieblingsdarsteller Paul Naschy eines Tages in Deutschland in HD erscheint, hätte ich vor ein paar Jahren wirklich nicht für möglich gehalten. Die Scheiben, die ich in den Jahren 2000 bis 2014 sammelte, kamen in den meisten Fällen aus den USA und Spanien. Schade nur, daß die spanischen DVDs meist nur spanischen Ton und keine englischen Untertitel aufweisen konnten. Wem das nicht weiter stört, dem empfehle ich zum Beispiel die beiden Paul-Naschy-Volumes 1 und 2, die dem Naschbär-Freak auch unbekanntere Filme bieten. Ich war jedenfalls ziemlich erstaunt, als ich las, daß das Label SUBKULTUR eine ganze Reihe mit Naschy-Filmen plant. NACHT DER VAMPIRE ist nun nach der Dokumentation THE MAN WHO SAW FRANKENSTEIN CRY und dem fantastischen DER WERWOLF (1981) der dritte Teil. Und NACHT DER VAMPIRE ist mein absoluter Alltimefave mit Paul „Meister Petz“ Naschy als Waldemar Daninsky, dem wildgewordenen Teddybären aus Polen.
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Aber wie ist nun die Bildqualität der DVD von SUBKULTUR im Vergleich zur alten US-Scheibe von DEIMOS??? Auch wenn ich es nicht gerne sage, aber DEIMOS haben definitiv die Nase vorne – selbst wenn man die DVD mit der BD von SUBKULTUR vergleicht. Der Transfer vom Label DEIMOS ist viel sauberer und besitzt deutlich sattere, lebhaftere Farben. DEIMOS bietet unter anderem ein stärker ausgeprägtes Blau. Hier ein paar Beispiele:

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Mir persönlich gefällt die Farbgestaltung von DEIMOS deutlich besser, aber das ist natürlich alles Geschmackssache. Auffällig am Transfer von SUBKULTUR ist, daß man extrem viele Verschmutzungen zu sehen bekommt, die teilweise fast schon ein bißchen stören. Auch künstliches Rauschen ist zu erkennen.
Tontechnisch hat DEIMOS ebenfalls die Nase vorne, denn sowohl die spanische, als auch die englische Audiospur klingen sauber und klar verständlich. SUBKULTUR bieten eine spanische und eine deutsche Tonspur. Die deutsche besitzt auf jeden Fall ihre Schwächen wie Rauschen.
In Sachen Bonusmaterial haben SUBKULTUR aber mehr zu bieten. Interessant ist hier ein Vergleich zwischen den Booklets von Mirek Lipinski (DEIMOS) und Angel Gomez Rivero. Bei Mirek Lipinski spürt man die echte Liebe zu Paul Naschys Filmen in nahezu jeder Zeile, während Angel Gomez Rivero eher neutral klingt.
Beide Label bieten sowohl die Clothed-, als auch die Unclothed-Fassung, was ja immer eine Freude ist.
Ich empfehle allen Naschy-Fanatikern beide Releases, wobei die DVD von DEIMOS schon sehr rar ist. Also beeilt euch!
Und hier noch ’ne Bildergalerie mit der wundervollen Barbara Capell in NACHT DER VAMPIRE:

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Zwei Jahre danach gab es dann einen weiteren Meilenstein in der seligen Trash-Historie des Bizarren und Naiven: DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE (DR. JEKYLL Y EL HOMBRE LOBO). Die Story ist wirklich sehr ulkig… Ein Pärchen (Walter und Justine) fährt durch den dunklen Wald, und als sie schließlich aussteigen, treffen sie auf einen Dorfdeppen mit verschobenen Gesichtszügen, der sich jedoch als harmlos herausstellt. Nicht ganz so harmlos sind die bösen Dorfbewohner, die Walter prompt die Preiselbeeren aus der Plauze kloppen. Und dann taucht plötzlich Paule auf, der wenigstens noch Justine heldenhaft vor den Strolchen retten kann. Doch Paule hat ein haariges Problem zu beichten: in Vollmondnächten verwandelt er sich in einen Werwolf! Da ist guter Rat teuer… Justine kennt jedoch rein zufällig einen gewissen Dr. Jekyll (der stets sympathische Jack Taylor, dessen wüste Dauerwelle in ORGIE DES TODES das Beste am ganzen Film war), der mit seinen verrückten Experimenten vielleicht auch Paule helfen könnte. Also machen sich die beiden aus dem Staub in Richtung London… Und in London geht’s dann richtig rund: Paule verwandelt sich nach einem Experiment von Dr. Jekyll (das er auf eine unglaublich putzig-naive Art und Weise wissenschaft-lich erklärt) in den besagten Mr. Hyde und legt richtig los!

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Hui, das macht Spaß! Selbst für seine sonstigen abgedrehten Filmrollen ist DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE (wieso eigentlich Wölfe – es gibt ja nur einen) noch eine grandiose Steigerung. Die Naivität der Story hat einen knallbunten Trash-Charme, der Paule-Fans in die Hände klatschen läßt vor Vergnügen. Und doch spürt man wieder auch seine Hingabe und Liebe für diese horriblen Stoffe – ganz egal ob die Vorbilder nun aus Klassikern des Films oder der Literatur kommen mögen. Da wird einfach eine klassische Geschichte erzählt – nur eben im etwas kleineren Paule-Format, sprich: leicht modernisiert (hust) und mit ein paar Titten und Splatterszenen aufgemöbelt. Man nehme einen Werwolf und eine fette Prise Mad-Scientist-Unfug in Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Manier (nur tausendmal naiver) und mixe das Ganze mit ein bisschen Sex, Blut und ein paar Gruselmumpitzeinlagen, und schon hat man einen Film, den Paule-Fans lieben und Leute, die sich sonst nur Hollywoodschund anschauen, in die Irrenanstalt treibt, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen dürfen. Ich finds jedenfalls toll! Empfehlen kann ich die DVD vom Label MOTION PICTURE…

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Kurz danach kam dann schon der sagenumwobene DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN (EL JOROBADO DE LA MORGUE), den man als toll aufgemachten Anolis-DVD kaufen kann. Das Ding ist wirklich irre und könnte eines Tages ein geschätztes Sammlerstück sein. Auch mein Lieblingsfilmgelehrter Christian Kessler hat einen schön informativen Text ins dicke Booklet geschrieben – amüsant wie immer! Zu meinen Favoriten zählt DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN jedoch nicht, weil mir die Geschichte und Atmosphäre zu sehr auf Tragödie ala DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME getrimmt ist (Paule spielt einen Buckligen, den alle verspotten) – und weil etliche Ratten bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Nee, das muß nicht sein… Für Fans ist der Film natürlich dennoch Pflicht, denn allein das fiese Monster, das man am Ende des Films bestaunen kann, ist das Eintrittsgeld wert. Auch wenn es mit meinem Lieblingsmonster aus FRANKENSTEINS HORROR-KLINIK nicht ganz mithalten kann… Dazu kommen dann einige heftige Splatterszenen, die man so noch nicht gewohnt war – zumindest nicht in einem Streifen mit Paul Naschy…
1973 kam dann BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL (EL ESPANTO SURGE DE LA TUMBA aka HORROR RISES FROM THE TOMB) in die Kinos, den ich für den besten Streifen halte, den Carlos Aured jemals inszenierte.  Paule spielt ausnahmsweise mal keinen „Meister Petz“, sondern Alaric de Marnac, dessen Charakter deutlich an den von Gilles de Rais angelehnt ist, dem „größten“ französischen Massenmörder, der es besonders auf Kinder abgesehen hatte und zusammen mit Gräfin Bathory bestimmt ein hübsches Paar abgegeben hätte. Marnacs Geliebte im Film ist jedoch die mehr als entzückende Helga Line, die vielen Freunden des europäischen Exploitationfilms bekannt sein dürfte. Leckere Dame, muß ich sagen. Am Anfang des Films wird Marnac jedenfalls die Rübe abgesäbelt und Helga kopfüber an einem Baum aufgehängt, wo man sie so lange abmurkst bis sie schließlich hin ist. Doch in der Gegenwart von 1972 beschwört Marnacs Geist seinem Nachkommen (auch Paule!) und dessen Freunden (unter anderem Vic Winner und zwei heiße Schnecken, die man in den ’70ern wohl als „dufte Typen“ bezeichnet hätte), ihn, also Marnac, zu neuem Leben zu erwecken. Nach einigen kleineren Rangeleien (wie ein kleines bißchen Mord und Totschlag zum Beispiel) pappt die muntere Bande einfach Marnacs abgetrennten Schädel an den offenen Hals – und schon gibt der wieder Gummi!
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Die getricksten Szenen mit seinem abgetrennten Schädel sind so genial, daß man vor Freude in die Hände klatschen möchte – besonders die Szenen, in denen Paule mit weit aufgerissenen Augen ganz böse starrt, während sein Kopf durch die Gegend getragen wird, sind wirklich zu komisch! Das erinnert dann auch an den zehn Jahre später entstandenen PANIC BEATS (aka HEARTBEAT), in dem Paule zu Beginn des Films in einer Ritterrüstung steckt und eine nackte Frau totschlägt – und ebenfalls ziemlich böse aus der Wäsche beziehungsweise Rüstung schaut.
Als man auch Helga wieder auf die Beine geholfen hat (Marnac besteigt ihr Skelett im Sarg, und schwupps sieht man Helga, wie man(n) sie sehen will: nackt – und zum Anbeißen schön), machen sich die beiden auch schon auf, um neue Schandtaten zu begehen. Und von da ab geht’s richtig zur Sache: lebende Leichen, rollende Köpfe, rausgerissene Herzen…
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Das ist wirklich ein grandioses, knallbuntes Trash-Feuerwerk, das man sich nicht entgehen lassen sollte als Fan des Eurohorrors! Und auch wenn Paule das Drehbuch in 36 Stunden geschrieben haben soll – ist doch egal! Von DEIMOS gibt es eine tolle DVD, die diesen Knaller bestens restauriert und in satten Farben zeigt – dazu gibt es massenhaft Extras und ein cooles Booklet, das der von mir verehrte Mirek Lipinksi zu-sammengekritzelt hat. Mehr kann man nicht erwarten. Schade, das auch dieses kultige Label den Bach runtergegangen ist. Aber dafür hat das Label MOTION PICTURE eine DVD mit deutschem Ton auf den Markt geschmissen, die sich sehen lassen kann. Die deutsche Synchro ist die beste, die ich von einem Naschy-Werk kenne…
Dann kam TOTENCHOR DER KNOCHENMÄNNER (LA ORGIA DE LOS MUERTOS), der wirklich einen der unglaublichsten deutschen Titel hat. Einen Totenchor gibt es in dem Film natürlich nicht – das Wort „Knochenmänner“ finde ich dagegen richtig ulkig, denn darauf muß man erstmal kommen! Paule spielt diesmal einen nekrophilen Wurzelsepp und hat keine wirkliche Hauptrolle! Die erste Rolle spielt nämlich ein blonder Hanswurst mit Pornobalken, der sowas wie den Helden darstellen soll. Sein Haarschnitt sieht selbst für 1973 noch absurd aus. Er dackelt jedenfalls in ein finsteres Dorf um seinem verstorbenen Onkel die letzte Ehre zu erweisen und um die Penunze abzustauben. Doch mitten des Weges entdeckt er eine erhängte Frau (= THE HANGING WOMAN), die wirklich horribel ausschaut und mich mit ihrem Toten-Make-up an das von Ida Galli in MURDER MANSION erinnert. Auch ein ziemlich spannender Spanien-Grusler, den mal jemand in vernünftiger Qualität rausbringen sollte. Die US-DVD sieht nämlich grausam aus…
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Im Hause des Onkels erfährt er dann bei der Testamentsverlesung, daß die meisten Klunker in seinen Besitz übergehen. Als dann einige Morde an seinen Verwandten begangen werden, glauben natürlich alle, das Hanswurst der Butzemann ist, der auf diesem Wege die gesamten Piepen einkassieren möchte. Da ist guter Rat teuer! Doch dann tauchen auf einmal die Ermordeten als lebende Leichen auf… Regisseur Jose Merino setzte vermehrt auf Gruselspannung ala Edgar Wallace und die Frage, ob die lebenden Leichen „echt“ sind oder ob Hanswurst reingelegt werden soll. Ich finde den Streifen ziemlich gelungen, denn die Story ist wirklich mal was anderes (zumindest damals ist’s noch neu gewesen), und auch sonst zieht sich der Film mehr als achtbar aus der Affäre…

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Zum Abschluß nochmal einen richtigen Knaller, und zwar THE BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL (aka HOUSE OF PSYCHOTIC WOMEN), einem waschechten Giallo – nur eben nicht aus italienischen, sondern aus spanischen Händen. Aus Spanien gabs ja nicht allzu viele gialloeske Sachen – TODESKREIS LIBELLE (auch mit Naschy – rollt bald in HD an) und DIE HEISSE NACHT DER KILLER von Juan Bosch fällt mir auf Anhieb noch ein. DIE HEISSE NACHT DER KILLER gibt es nebenbei bemerkt als tolle deutsche Videokassette…
In BROKEN DOLL sehen wir Paul Naschy eine französische Landstraße entlanglaufen – auf der Suche nach Arbeit, denn er hat eine Zeitlang im Bau gehockt, weil er seiner Exfrau beinahe den Hals umgedreht hätte. Dann stoppt eine Autofahrerin, die Paule dann Arbeit rund ums große Familienhaus anbietet. Das lässt sich Paule natürlich nicht zweimal sagen und steigt ein. In dem Haus der Lady wohnen noch ihre beiden Schwestern – eine ist nymphoman, die andere sitzt im Rollstuhl, sprich: ein Haus ganz nach meinem Geschmack! Doch Paule hat dann irre Träume, in denen er Frauen erdrosselt, während in der Umgebung des Hauses mehrere Morde an jungen Dingern begangen werden. Hat Paule selbst seine fiesen Hände im Spiel???
Regisseur Carlos Aured und Paul Naschy scheinen sich ziemlich genau mit dem Thema Giallo beschäftigt zu haben, denn speziell Paules mörderische Träume scheinen direkt aus einem Film wie BLUTIGE SEIDE zu kommen. Diese Szenen gehören auch zu den Höhepunkten des Films, wenn Naschy den Frauen die Hände um die hübschen Hälse legt – und das alles in einer knallbunten, psychedelischen Farbfotografie, was diese Szenen noch unheimlicher aussehen läßt. Im Giallo sind die Täter ja oft psychisch gestört, impotent usw. Und diese Anspielungen gibt es in THE BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL ebenfalls reichlich.  Und die drei Schwestern sind eine Augenweide, einfach wundervoll… Was sahen die Ladies in den ’70ern noch heiß aus! Die heutigen Filmstars dagegen…
Die DEIMOS-DVD von THE BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL ist eine Schau! Denn der Film wurde perfekt restauriert und besticht durch eine sensationelle Bildschärfe und satteste Farben. Es gibt kein vergleichbares Label, das sich so viel Mühe mit seinen Veröffentlichungen macht (zumindest was die Paul-Naschy-Werke betrifft). Naschy-Experte Mirek Lipinski, der auch für die fabelhafte THE NASCHY MARK- Seite im Netz verantwortlich ist, schreibt dann noch die informativen Texte in die jeweiligen Booklets der DVDs. Sehr interessant! Aber bald kommt dieser Spanien-Giallo ja von SUBKULTUR!
Auch empfehlenswert sind noch THE LORELEY’S GRASP (mit Helga Line als Meerjungfrau und Tony Kendall als Helden), der nicht nur für die damalige Zeit (1973) extrem blutig war, sondern auch noch in Germany am Rhein spielt! Paule taucht jedoch nicht auf. Helga Line kann man unter anderem noch im HORROR EXPRESS neben Peter Cushing und Christopher Lee bewundern… Auch ein mehr als amüsanter Spanien-Horror-Mumpitz von Eugenio Martino…

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